11. Januar 2011

Ausstellungseröffnung im Hessischen Landtag "Hornhaut auf der Seele"

Wiesbaden - Heute, am 11.01.2011, hat der Vizepräsident des Hessischen Landtags, Lothar Quanz, die Ausstellung „Hornhaut auf der Seele“ – Die Geschichte zur Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen im Hessischen Landtag eröffnet.

„Die Ausstellung löst Gänsehaut, Schauern und Entsetzen aus“, sagte Quanz in seiner Begrüßung. Zeitzeugenberichte und historische Dokumente veranschaulichten die „barbarische Rassentheorie und ihre schrecklichen Folgen“. „Das Beispiel des Antiziganismus hilft dabei, etwas über die Ursache und Wirkung des Rassismus zu lernen. An diesem Beispiel sieht man, wie wichtig es ist, sich den Anfängen von Vorurteilen, Klischees und Ressentiments entgegenzustellen, tut man dies nicht, läuft es auf Stigmatisierung, Diskriminierung und zum Schluss auf Massenmord hinaus“, so der Vizepräsident weiter. Er hob hervor: „Ganz bewusst zeigt der Hessische Landtag diese Ausstellung bis Ende Januar, denn am 27. Januar gedenken wir der Opfer des Nationalsozialismus. Das Erinnern muss in die Zukunft wirken, um eine Wiederholung der Geschehnisse zu verhindern. Mit der Ausstellung ‚Hornhaut auf der Seele’, ebenso wie mit diesem wiederkehrenden Gedenktag, halten wir die Warnung für zukünftige Generationen wach.“

Adam Strauß, der Vorsitzende des Landesverbandes der Sinti und Roma Hessen, kritisierte in seiner Rede: „Der Antisemitismus ist seit Jahrzehnten Gegenstand der Bildung in hessischen Schulen, aber die Vorurteile gegenüber Sinti und Roma bestehen nach wie vor.“ Sein Ziel sei, so Strauß weiter, der Abbau von Vorurteilen gegenüber Sinti und Roma. Die Behebung von Vorurteilen sei eine persönliche Befreiung, denn all unsere Denk – und Sichtweisen seien vielfach von Vorurteilen geprägt, stellte Strauß fest.

Verantwortlich für die Konzeption der Ausstellung ist der Historiker und Diplom-Politologe Dr. Udo Engbring-Romang, der die Gäste durch die Ausstellung führte und insbesondere auf die Verfolgung während des Nationalsozialismus abhob. „Es gab in allen Ländern zur Zeit des Nationalsozialismus massive Vorurteile gegenüber den Sinti und Roma.“ So sei flüchtenden Sinti und Roma die Aufnahme in anderen Ländern verweigert worden. Zum Schluss stellte der Historiker klar: „Die damalige Politik endete im Völkermord!“

Information:

Die Ausstellung wurde vom Verband der Sinti und Roma, Landesverband Hessen, herausgegeben. Im Landtag ist eine Auswahl von 32 Tafeln zu sehen.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können die Ausstellung bis zum 31. Januar 2011 nach telefonischer Voranmeldung unter 0611 350291, montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr, besichtigen.

Zu den folgenden Terminen bietet der für die Konzeption der Ausstellung verantwortliche Historiker und Diplom-Politologe Dr. Udo Engbring-Romang Führungen an:

18.01.2011     14 Uhr

19.01.2011     16 Uhr

26.01.2011     16 Uhr

Auch für diese Termine ist eine Voranmeldung erforderlich, Treffpunkt ist an der Pforte des Kavaliershauses.